Effizient korrigieren mit Acrobat Reader und InDesign

Bei der Erwähnung des Wortes „Überarbeitung“ bricht nicht nur bei Autor*innen der Schweiß aus. Auch Designer*innen, Buchsetzer*innen und andere Personen, die in diesem langen Prozess beteiligt sind, wird es so gehen. Aber es gibt Tricks, wie wir unsere Zusammenarbeit mit Designer*innen viel einfacher und effizienter gestalten können.

Das PDF als Grundlage der Schlussredaktion

In meinem Artikel Was dich im Lektorat erwartet habe ich es schon angesprochen: Ein Manuskript muss mehrmals korrigiert werden – und am besten von mehreren Personen. Ein Korrekturlauf sollte dann erfolgen, wenn dein Text gesetzt wurde. Das heißt, dein Text wurde für den Druck in ein vorgegebenes Layout mit passender Schrift und Bildern übertragen. Meistens bekommst du dann ein PDF zur Ansicht und Kontrolle.

Hier setzt die Schlussredaktion ein. In diesem Schritt erfolgt noch einmal eine intensive Korrektur deines Dokuments. Lektor*innen achten hier nicht nur auf Rechtschreibung und Grammatik. Wir prüfen hier für dich auch, ob die Worttrennungen in Ordnung sind, Bilder an der passenden Stelle stehen und ob alle Absätze und Umbrüche stimmen. Bildunterschriften, Inhaltsverzeichnisse, Titelei und Impressum gehören natürlich auch dazu.

Korrekturen in das Manuskript übertragen: eine zeitfressende Tätigkeit

Das PDF bildet dabei 1:1 dein Druckdokument ab – und deshalb ist es so wichtig, hier zu korrigieren! Denn nur so sehen wir, wo es noch hapert. Dabei nutzen wir im Acrobat Reader die Werkzeugleiste „Kommentieren“. Damit lässt sich Text einfügen, ersetzen und löschen und Kommentare verfassen. Man mag es kaum glauben, aber diese wenigen Funktionen reichen vollkommen aus, um die letzten Schwachstellen zu beheben.

So sehen die Korrekturen im PDF aus. In den Kommentaren rechts stehen die Änderungen.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Wie kommen die Korrekturen in dein gesetztes Manuskript? 

 

Oft läuft es so: Bei der Schlussredaktion werden im PDF fehlerhafte Stellen durch Lektor*innen markiert und über die Kommentarfunktion korrigiert. Buchsetzer*innen oder Designer*innen gleichen die Dokumente häufig ab, indem sie beide Dateien nebeneinander öffnen und sich durch das Manuskript arbeiten und per Copy und Paste die Änderungen vornehmen.

 

Der Nachteil: Das kann – gerade bei sehr umfangreichen Manuskripten – sehr lange dauern. Und wir wissen: Zeit ist Geld. Aber zum Glück gibt es ab der Version Indesign 2019 eine Funktion, die uns die Zusammenarbeit deutlich erleichtert.

Die Lösung? Kommentare in InDesign importieren

Mit der Funktion „Kommentare importieren“ hat Adobe uns seit InDesign 2019 endlich ein mächtiges Tool an die Hand gegeben, das stark an den Änderungsmodus von Microsoft Word erinnert. Dabei werden die Kommentare mit wenigen Klicks direkt in InDesign importiert. Dafür wählst du unter Datei > PDF-Kommentare importieren dein PDF mit allen Änderungen aus und klickst auf Kommentare Importieren.

 

Jetzt können alle Änderungen einzeln bewertet, angenommen oder abgelehnt werden. Mit einem Klick auf die nächste Änderung springt ihr automatisch zur entsprechenden Textstelle. Am besten funktioniert dieser Weg, wenn deine InDesign-Datei nicht verändert wird in dem Zeitraum, in dem das PDF bei deiner*m Lektor*in zur Korrektur ist.

Und so sieht es in InDesign aus: Die importierten Kommentare können nun einzeln geprüft und übernommen werden.

Der Vorteil dieser Methode liegt klar auf der Hand: Ihr spart sehr viel Zeit, denn nun müssen Änderungen nicht mehr manuell im Text gesucht und abgetippt werden. Außerdem verringert ihr die Gefahr, Änderungen im PDF zu übersehen oder neue Fehler hineinzubringen.

 

Wichtig ist nur, dass Lektor*innen bei der Schlussredaktion sauber arbeiten. Besonders auf Leerzeichen solltet ihr dabei achten. Korrigiert ihr einzelne Wörter, dann markiert das ganze Wort mit einem Doppelklick und schreibt die richtige Variante in den Kommentar. Ebenso bei fehlenden Satzzeichen: Doppelklickt auf das vorhergehende Wort und schreibt in den Kommentar das Wort + Satzzeichen. Der Doppelklick markiert IMMER das gesamte Wort und anhängende Satzzeichen.

 

 Alle Informationen zum Importieren von Kommentaren in InDesign finden sich auf den Adobe-Hilfeseiten.

Übrigens: Ich weise meine Kund*innen gern auf diese Form der Zusammenarbeit hin. Gerade bei sehr großen Druckdokumenten und Broschüren lohnt sich eine Zusammenarbeit in dieser Art ganz besonders. Dafür habe ich eine kleine Information zusammengestellt, die ich mit meinen Angeboten verschicke.

Bild von Devanath auf Pixabay

Den schönen Blindtext „Hinter den Wolkenbergen“ findet ihr beim blindtextgenerator. Vielen Dank an meine Kollegin Anke Sundermeier für das Beispiel-PDF und unsere gute Zusammenarbeit.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Melde dich gern für meinen Newsletter an und erhalte noch mehr Tipps und Tricks, wie du deine Texte optimal überarbeitest.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner