09.07.2019 13:33
von Bettina Bergmann
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Was kann ein Lektorat alles?

Von der Idee zum gedruckten Buch

Herzlichen Glückwunsch! Du hast deinen ersten Entwurf geschrieben und freust dich, dass deine Idee endlich Wirklichkeit wird. Aber wie geht es jetzt weiter, bis du dein fertiges Buch in den Händen hältst? Hier zeig ich dir, wie der Idealfall aussieht und welche Schritte du jetzt unternehmen solltest. Idealerweise durchläufst du diese Schritte von der Idee bis zum fertigen Buch:

 

  • Schreiben

  • Überarbeiten

  • Manuskriptgutachten

  • Entwicklungslektorat

  • Stilistisches Lektorat

  • Aufräumen im Manuskript

  • Buchsatz

  • 1. Korrektur

  • Änderungen werden eingearbeitet

  • 2. Korrektur

  • Finale Revision

  • Druck

 

Viele (Self-Publishing Autorinnen sagen mir, dass sie nur ein Korrektorat brauchen, denn inhaltlich sei schon alles erledigt. Häufig sind die Gründe für diese Entscheidung Zeitdruck, Geld und das eigene Ego. Aber bevor du auch so handelst, solltest du dir etwas klar machen: Gute Romane brauchen Zeit und schlechte Bewertungen kosten dich langfristig viel mehr, als du für ein gutes Lektorat ausgegeben hättest.

Die größte Angst – und auch die am seltensten ausgesprochene – ist aber, dass im Lektorat der eigene Stil oder die selbst erdachte Geschichte so verändert wird, dass sie nicht mehr „deine“ ist. Aber das stimmt nicht. Ich nehme nur Manuskripte für ein Lektorat an, die mir selbst zusagen und mit denen ich arbeiten möchte. Ein Lektorat ist immer ein Dialog zwischen dir und mir – wir arbeiten zusammen an deiner Geschichte. Du kannst mich gern als deine persönliche Assistentin betrachten, denn genau das ist letztlich mein Job: dich bei der Fertigstellung deiner Geschichte zu unterstützen.

Damit du genau weißt, was dich in den einzelnen Schritten erwartet, habe ich dir hier für alle Schritte, an denen ich als Lektorin beteiligt bin, eine Zusammenfassung erstellt. Du erhältst von mir einen Zeitplan, in dem wir an deiner Geschichte arbeiten. Außer dem Gutachten arbeite ich in allen Varianten mit dem Änderungsmodus in Word, sodass für dich alles transparent abläuft.

 

Manuskriptgutachten – Eine erste Kritik.

Idealerweise hast du hier die erste Version deines Manuskripts abgeschlossen und selbst schon einmal überarbeitet. Für diesen Schritt gibt es zwei Varianten:

 

  1. Ich lese dein Manuskript und du erhältst von mir eine Einschätzung zu deiner Geschichte, dem Spannungsbogen, deinen Charakteren, Erzählinstanz, Perspektive und Dialogen, deiner möglichen Leserschaft und Ideen, wie du dein Buch bekannt machen kannst. Wenn du möchtest, treffen wir uns persönlich und gehen diese Sachen durch.

  2. Ich lese dein Manuskript zusammen mit Testleserinnen (entweder bringst du sie mit oder ich suche sie für dich), mit denen ich dein Manuskript diskutiere. Du erhältst von mir später die Zusammenfassung aller Notizen.

 

Ein Gutachten ist die perfekte Grundlage für ein tiefgehendes Lektorat, denn hier haben wir schon über grundlegende Fragen gesprochen, die sich beim ersten Lesen ergeben. Die meisten Autorinnen aber überspringen diesen Schritt und wünschen sich gleich ein stilistisches Lektorat. Das führt dann häufig dazu, dass sich der Aufwand im Text deutlich erhöht. Mit einem Gutachten ist der Blick auf den Text nämlich schon viel geschärfter.

 

Entwicklungslektorat – Es geht in die Tiefe.

Hier schauen wir uns an, was im Manuskriptgutachten aufgefallen ist: Wir feilen an deinem Plot, straffen den Handlungsbogen und überarbeiten die Darstellung deiner Figuren. Dann konzentrieren wir uns darauf, deine Stimme zu finden, überarbeiten deine Handlung und machen uns darüber Gedanken, was du mit deinem Text aussagen möchtest. Meine Arbeit orientiert sich zu einhundert Prozent an deinen Vorstellungen – wir lernen uns und deinen Text also so richtig kennen.

 

Stilistisches Lektorat – Alles muss passen.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich bearbeite dein Manuskript Zeile für Zeile, Absatz für Absatz. Fakten werden gecheckt, der Stil deines Textes geprüft. Sprechen deine Figuren so, wie man es von ihnen erwartet? Sind die Schauplätze gut beschrieben und wird die Perspektive eingehalten? Wenn wir diesen Schritt geschafft haben, hat dein Manuskript sich wahrscheinlich schon deutlich verändert. Auch Autorinnen, die jedes Jahr mehrere Bücher auf den Markt bringen, profitieren von diesem Schritt. Wahrscheinlich hast du aber jetzt auch erst einmal genug von deiner Geschichte und brauchst etwas Abstand.

 

Aufräumen im Manuskript – Haben wir etwas übersehen?

Das hier ist ein Zwischenschritt, der sehr nützlich sein kann und dir etwas Zeit zum Durchatmen gibt. Nachdem du alle Änderungen aus dem Stillektorat eingearbeitet hast, schaue ich das Material durch. Sind noch Kommentare unbeantwortet? Haben wir ein loses Ende übersehen? Wenn alles in Ordnung ist, kann der Text dann zum Buchsatz.

 

Buchsatz – Vom Dokument zum gesetzten Buch.

Jetzt wird es für dich Zeit, dich mit dem Buchsatz zu beschäftigen. Viele Autorinnen im Self-Publishing machen diesen Teil inzwischen selbst, andere beauftragen damit Fachleute. Wenn du möchtest, empfehle ich dir jemanden oder helfe dir gern bei der Suche.

 

Erster Korrekturlauf – Richtig schreiben ist wichtig.

Viele Menschen denken, dass ein Korrekturdurchlauf schon vor dem Buchsatz kommt. Das geht natürlich, aber es ist nicht sehr empfehlenswert. Denn Korrekturlesen hat mehr zu bieten, als nur Rechtschreibfehler und Grammatik zu berichtigen.

Sind deine Absätze richtig formatiert? Fehlt irgendwo Text, der beim Setzen verloren gegangen ist oder entstehen unschöne Trennungen? Das alles gehört mit hinein. In Zusammenarbeit mit der Person, die dein Buch gestaltet, bearbeite ich alle Aspekte. Idealerweise beauftragst du aber eine andere Person mit den Korrekturläufen, die den Text noch nicht kennt und nicht betriebsblind ist.

Die Korrekturen werden dann in das gesetzte Manuskript eingearbeitet. Damit am Ende wirklich alles stimmt, folgt jetzt noch ein zweiter, finaler Korrekturlauf, bevor du deine Geschichte endlich in den Druck geben oder als E-Book veröffentlichen kannst.

 

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